SCC Schlotheim in der Presse
Die Ruhe vor dem Sturm. Der Rathausvorplatz ist gähnend leer. Irgendwoher ertönt rhythmischer Trommelschlag da ist Musik im Anmarsch. Nur die aufgestellten Geschützrohre vor und aus dem Rathaus fallen auf. Sie sind aufeinander gerichtet. Und die Gelassenheit der Kanoniere verrät, dass die Rohre schussbereit sind. Die Granaten daneben, gefüllt mit buntem Konfetti, bestärken diese Gewissheit. Auf einmal kommt Leben in die Bude, mit der nahenden Musik füllt sich mehr und mehr der Platz. 100, 200. Ja, es sind die "Seilerstädter", die in ihrem närrischen Gefolge den Elferrat des SCC, des Schlotheimer Carneval-Clubs, mitführen. Und die zusammengerottete Bürgerschaft will endlich erleben, wie das Rathaus gestürmt, eingenommen und der Rat in die Wüste geschickt wird. Wenigstens bis Aschermittwoch. Da die schönen "Piratenbräute" des Gardeballetts die Bürgermeisterin, Margita Otto (FDP), nicht haben verzaubern und zur Herausgabe des Schlüssels bewegen können ihr "Vize" Ulrich Gnehr (SPD) hätte schon , sprechen die Kanonen. Ein wüster Schusswechsel folgt, das Volk amüsiert sich. Besonders, als die angreifenden Narren den einen oder anderen "Verrecker" wegstecken müssen. Glücklicherweise passiert das auch den Verteidigern. Doch wer wird gewinnen? Die Narren greifen zur psychologischen Kriegsführung, bewaffnen ihre beiden Spitzen, Sabine Brömmer und Birgit Feist von SCC, mit Mikrofonen. Und ihren Wortattacken "Wollt ihr endlich aufgeben?!" ist schließlich der Rat erlegen er hisst die weiße Flagge. Nun kommt die Stunde des "Schlotschen Stinkstiefels". Im Schagabtausch mit der Bürgermeisterin und ihrem "Vize" prangert er die missliebige Rathauspolitik an, die die Stadt zugrunde richtet. Noch einmal bäumen sich die Stadtverantwortlichen auf, versuchen, das Volk zu besänftigen und geben allerlei Versprechen ab. Vorhaben über Vorhaben, aber keiner will ihnen mehr glauben. Schließlich fordert der Stinkstiefel: "Schluss mit der Weiberwirtschaft im Rathaus!" Ein letztes Mal versucht die Bürgermeisterin ihre Haut zu retten, indem sie sich rechtfertigt: "Ich stehe aber meinen Mann!" Doch das geht im Gelächter des Volkes unter, sie muss den Rathausschlüssel rausrücken. Und da dieses Jahr die Krönung eines Prinzenpaares verschlafen wurde, geht die Schlüsselgewalt an den 1. SCC-Vizepräsidenten Jürgen Helbold. Und was ist mit der Kussfreiheit, die sonst das Prinzenpaar demonstriert und verkündet? SCC-Wortgewaltige Birgit Feist beordert aus dem Volk Peter Chladek nach vorn und knutscht ihn nieder. Die Narren toben.
