Kirmes in Stocksen-Presse
Der wahre Herbst mit seinen rauen Winden und peitschendem Regen hatte am Samstag auch Einzug in den Straßen und engen Gassen in Stocksen gehalten. Das Dorf war einst ein Vorort von Sondershausen mit eigener Schule, Kirche, mit Landwirtschaft und kleinen Handwerksbetrieben.

Stockhausen. Dieser Ort ist längst an die Stadt Sondershausen herangewachsen, bewahrt aber für sich ein altes Brauchtum, die Kirmes. Das Fest hat seinen kirchlichen Uhrsprung und wird von den Kirmesburschen gepflegt. Dem Acker, der die Menschen mit wertvollsten Früchten versorgt, soll mit diesem Fest gedankt werden. 1987 wurde diese Tradition von einer handvoll Burschen wieder ins Leben gerufen, dann gab es eine Flaute von 2005 bis ins Jahr 2008, denn längst sind nicht mehr alle in der Landwirtschaft tätig und gehen andere beruflichen Wege, die sie in die Ferne führen. Traditionen kommen und gehen, wenn man sie nicht pflegt und so fehlte etwas im Ort. Die Alten waren gefragt, um die Kirmes wieder aufleben zu lassen und die Jungen schlossen sich mit großem Engagement an. Mittlerweile sind es 33 an der Zahl, die sich am Samstag in der Frühe in Burschentracht und Sonnenbrille um die Spuren des Vorabends zu verbergen aufmachten, um im Labyrinth von Gassen Häusern um einen Obolus zu bitten. Viele Stöcksner konnten es kaum erwarten und haben von Herzen gegeben: Fettbrote, Gurken oder Schnäpschen. Ein Tänzchen mit dem Erbesbär war der Lohn für die Gaben. Die "Seilerstädter Musikanten" mit kleinem Besteck verschafften dem Gefolge mit Pferden, Kutschen sowie Traktor ordentlich Gehör. Die Kameraden der Feuerwehr boten zum Mittag eine deftige Erbsensuppe, die mit viel Liebe von Maik Trappe gekocht wurde und es wirklich in sich hatte. Am Abend war Feiern angesagt. Die Burschen hatten sich chic gemacht, die Mädels standen ihnen nicht nach. Jung und Alt gehörten auf der Tanzfläche eben zusammen. Die "Seilerstädter" aus Schlotheim haben dementsprechend im Großaufgebot alles geben müssen. Seit einem Jahr werden sie von der Frontfrau Patricia König-Verges gesanglich geleitet. Sie kommt aus Sondershausen. Und wer nicht nach Haus wollte, blieb gleich bis zum Frühschoppen am Sonntag. Möglich war dieses schöne Fest, durch die Unterstützung ortsansässiger Unternehmen auf ganz unterschiedlicher Weise und die Spenden. - Henning Most / 10.10.11 / TA
